Lieber das kleinste Licht anzünden als über die Finsternis zu klagen.

(aus China)
Betreuungskonzept
In den letzten Jahren hat sich die Befindlichkeit unserer Bewohner sehr verändert. Der Pflegebedarf ist auch durch einen hohen Anteil dementiell erkrankter Bewohner bedingt. Nach aktuellen Untersuchungen leiden zwischen 60-70% der Bewohner bereits beim Einzug an kognitiven Störungen, das heißt Orientierungs-, Konzentrations-, Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsstörungen. Begleitsymptome sind oftmals depressive Verstimmungen, Wahnideen, Halluzinationen, Bewegungsverlangsamung. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, diesen Störungen durch unser Betreuungskonzept entgegen zu wirken mit dem Ziel, Erhaltung und Verbesserung der individuell bestimmten Lebensqualität durch Hilfe zur Selbsthilfe.

In unserem Altenpflegeheim "Sankt Antonius" arbeiten die Mitarbeiter nach dem Pflegemodell von Monika Krohwinkel. Sehr wichtig ist für uns die Kommunikation mit dem Heimbewohner, die unmittelbar nach dem Einzug in unser Haus beginnt. Durch Zuwendung und Begleitung versuchen wir, den Bewohner in seine Wohngruppe zu integrieren. Wir motivieren ihn, unter Berücksichtigung seiner eigenen Wünsche und Interessen, an Gruppenaktivitäten teilzunehmen.

Angebote der Freizeitgestaltung und Aktivierungsmöglichkeiten für unsere Heimbewohner

Alle Angebote finden zu festgelegten Zeiten statt, welche im Wochenplan ersichtlich sind. Bei schönem Wetter werden die Aktivierungen auch in unserem Garten durchgeführt.

Kegeln:

Mit viel Freude und besonderem Interesse nehmen die Heimbewohner am Kegeln teil.

Ziel ist es, Gemeinschaft zu erleben, die Bewegungsmotorik zu schulen und das Gedächtnis anzuregen.

Gedächtnistraining:

Stabilisierung von noch vorhandenen und Förderung der verloren geglaubten körperlichen, geistigen und sozialen Fähigkeiten. Themen sind z.B. Kindheit, Jugendzeit, Erwachsenenalter, Rentenzeit oder z.B. Körperpflege früher und heute, Wäsche waschen früher und heute, Kleidung, Hausarbeit etc. Förderung der Wahrnehmung in allen Sinnesbereichen, z.B. sehen, tasten, riechen, hören, schmecken. Förderung der Orientierung und Konzentration, z.B. Datum, Wochentage, Jahreszeiten, Umgebung usw. Vorlesen von Geschichten, Gedichten und aktuellen Zeitungsartikeln mit anschließendem Gespräch, das zur Verbesserung der zwischenmenschlichen Kommunikation führt. Stärkung des Selbstwertgefühles durch das Wiedererlangen von verloren geglaubten Wissen. Rätsel sind als Zwischenbeitrag sehr beliebt und schulen gleichzeitig das Gedächtnis. Kreatives Gestalten:

Durch funktionelle Beschäftigung wird das Gedächtnis, die Konzentrationsfähigkeit, die Ausdauer, die Bewegungsmotorik und die Feinmotorik geschult.

Das Kennen der Bewohner und ihrer Biographie ist eine wichtige Voraussetzung für jede Aktivierung, um Interessen wahrnehmen zu können und den Heimbewohner nicht zu überfordern.

Das Gestalten erhöht die Leistungsfähigkeit und stärkt das Selbstwertgefühl jedes einzelnen Bewohners.

Es wird mit verschiedenen Materialien gearbeitet, z.B. Wolle, Papier, Farbe, Modelliermasse.

Alle gefertigten Handarbeiten dienen zur Dekoration des Hauses, aber auch als kleine Geschenke, z.B. für Kindergärten, die unsere Heimbewohner des Öfteren mit einem Programm erfreuen.

Kochen und Backen:

Zu besonderen Anlässen, wie z.B. Feste im Jahreskreis, wird von interessierten Heimbewohnern im Therapieraum gebacken oder es werden kleine Gerichte zubereitet.

Durch die bekannten Rezepte und Zutaten werden Erinnerungen geweckt.

Wenn dann z.B. der Kuchen fertig ist und schmeckt, wird ein Gefühl von Lebensfreude durch das selbst Geschaffene sichtbar.














Spielen und Singen:

Gesellige Runden mit gemeinsamen Gesang von altbekannten Liedern runden den Alltag ab. Auch an Tisch- und Gesellschaftsspielen nehmen sowohl geistig aktive als auch verwirrte Bewohner gern teil.

Feste und Feiern:

Monatlich findet für jede Wohnebene ein Etagenkaffee im Therapieraum statt. Nach dem Kaffee gibt es ein unter ein Thema gestelltes Programm, z.B. der Garten. Hierzu wird etwas vorgelesen, es werden Rätsel gelöst und Volkslieder gesungen und das jeweilige Thema gibt Anlass zum gemeinsamen Gespräch.

Alle Geburtstagsjubilare des Monats werden zu einem gemeinsamen gemütlichen Beisammensein in den Therapieraum eingeladen.

Zu gegebenen Anlass findet für alle Heimbewohner eine christliche Andacht statt. Anschließend ist eine Plauderstunde für interessierte Bewohner.

Die Feste im Jahreskreis werden natürlich in unserer Einrichtung gebührend gefeiert. Dazu zählen unter anderem: Vogelhochzeit, Fasching, Frühlingsfest, Sankt Antoniusfest, Erntedankfest und der Heilige Abend. Unabhängig davon werden auch auf den Wohnbereichen kleinere Feste je nach Anlass gefeiert.

Kulturelle Veranstaltungen und Ausflüge:

Zu den Veranstaltungen werden die Kindergärten, Schulen, Bläserchöre unserer Umgebung sowie Solisten eingeladen, um mit einem musikalischen oder schauspielerischen Programm unsere Heimbewohner zu erfreuen.

Videovorführungen und Diavorträge sind bei vielen Bewohnern sehr beliebt.

Ausflüge werden durch die hohe Pflegebedürftigkeit immer schwieriger. Trotzdem sind wir bemüht, für Interessierte, Ausflüge in die nähere Umgebung unseres Altenpflegeheimes zu organisieren und durchzuführen.

Alle diese Beschäftigungen fördern Kommunikation und Gemeinschaft, wirken Isolation und Vereinsamung entgegen und ermöglichen somit die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben.